… und die Zeit verfliegt… nun sind wir schon wieder seit gestern zurueck in Melbourne und haben das Wahrzeichen des australischen Kontinents gesehen - den Uluru. Aber wie immer der Reihe nach: Nach unserer Rueckkehr aus Adelaide haben wir uns einen Tag freigenommen, um die vielen Dinge zu erledigen, die man so erledigen muss: mal richtig ausschlafen, die Uluru-Reisetasche packen und mal wieder ein leckeres Abendessen mit Claire und Mick .

Hoch die Tassen! Sekt schluerfen vorm Uluru.
Am Donnerstag frueh sind wir nach Alice Springs in die Mitte Australiens geflogen, um den langersehnten Ayers Rock endlich mal in „echt“ zu bestaunen. Entdeckt und so benannt hat ihn uebrigens William Gosse im Jahre 1873 nach dem damaligen suedaustralienischen Premierminister Ayers. Die Aborigines nennen den Berg aber seit Jahrhunderten Uluru. (Wer noch mehr wissen will: http://de.wikipedia.org/wiki/Uluru). Man fliegt so knapp drei Stunden ehe man im Northern Territory ankommt und dann sieht erstmal nur Rot. Roter Sand(boden) soweit das Auge reicht, bedeckt von Bueschen, Straeuchern und kleinen Baeumen. Wer einmal auf die Landkarte schaut, sieht, dass man dort menschliche Ansiedlungen mit der Lupe suchen muss. Von den ca.21 Millionen Australiern lebt nur 1 Prozent im Northern Territory. Und das, obwohl es von der Groesse her 20 Prozent der Gesamtflaeche Australiens einnimmt.
Und daran aendert sich auch auf der ca. 450 km langen Fahrt von Alice Springs (immerhin 25.000 Einwohner) zum Uluru nicht viel. Man faehrt stundelang durch die Wueste und sieht nichts anderes als roten Sand, Straeucher, eine nicht enden wollende Strasse, ab und zu liegt ein totes Kaenguru am Strassenrand und alle zehn Minuten kommt einem sogar ein Auto oder ein Truck entgegen. Neben dem Uluru gibt es im roten Zentrum Australiens also vor allem eines zu sehen: viel Leere und jede Menge Nichts :-).

Luftspruenge trotz Gluthitze und Fliegenterror.
Und: Millionen von kleinen Fliegen, die einem den letzten Nerv rauben. Aus irgendeinem Grund haben es die kleinen Biester auf unser Gesicht abgesehen. Und sie kennen keine Gnade. Deshalb wedelt man entweder fluchend mit der Hand vor dem Gesicht herum oder man kauft sich ein Fliegennetz fuers Gesicht. Wir haben uns fuer die erstere Variante entschieden. Ich zumindest mit dem maessigen Erfolg, so dass ich mindestens fuenf Fliegen aus meiner Nase wieder herauspusten musste, grr…
Unterwegs waren wir die drei Tage uebrigens mit einer nett zusammen gewuerfelten Truppe verschiedener Nationen (UK, Kananda, Korea, Schweiz, Italien). Unser Guide Klaus war lustigerweise (wie schon am Namen erkennbar) aus Deutschland. Geschlafen haben wir in Zelten (was bei der Hitze besonders Spass gemacht hat
und unser Essen haben – wie es sich fuer echte Camper gehoert - natuerlich selbst zubereitet.

Der Kings Canyon und Nadja.
Bevor wir aber zum Uluru sind, haben wir noch einen Abstecher zum Kings Canyon gemacht. Dafuer mussten wir frueh um fuenf aufstehen, denn bei Temperaturen um 37 Grad kann man nur am fruehen Morgen wandern. Aber die vierstuendige Wanderung in aller Herrgottsfruehe hat sich gelohnt: Einmalige Natur, toller Blick ueber die Gegend und eine Gebirgslandschaft, die einem irgendwie an den Mond erinnert (auch wenn wir dort noch nicht selbst waren).
Ja, und am zweiten Abend unserer Tour kam er endlich: der Uluru: Beim Sonnenuntergang, den Sekt (im Plastikbecher) in der Hand – da waren wir schon schwer beeindruckt! Und ungefaehr zwei- bis dreihundert andere Touristen mit uns. Auch wenn man dort nicht gerade fuer sich allein ist….es ist schon faszinierend, wie sich mitten im flachen Nichts auf einmal dieser rote Koloss erhebt. Aber so richtig kann man das nicht in Worte und Bilder packen, man muss es – so abgedroschen es auch klingt - einfach mal selbst erleben.

Guten Morgen, Uluru! Sonnenaufgang um 6 Uhr frueh.
Apropos selbst erleben: Am naechsten Morgen sind wir um vier aufgestanden. Warum? Um puenktlich zum Sonnenaufgang wieder beim Uluru zu sein, um zu sehen, wie er seine Farbe mit aufgehenden Sonne von einem blassen Braun zu einem leuchtenden Rot aendert. Toll! Drauf geklettert sind wir nicht. Das ist zwar theoretisch moeglich, aber die Aborginis bitten die Besucher das nicht zu tun. Immerhin ist das ein heiliger Ort fuer sie. Also sind wir lieber die 9,4 km um den Uluru herumgelaufen. Und trotz der tollen Kulisse – wir muessen es zugeben – ist man bei knapp 40 Grad und der Dauerbelagerung der nervigen Fliegen nach zwei Sunden Laufen irgenwann einfach nur froh, wenn man wieder im fliegenfreien und klimatisierten Bus sitzt…
Wir haben dann noch ein Nacht in Alice Springs gepennt, aber das Wuestenstaedtchen fanden wir beide nicht so aufregend. Und so waren wir ziemlich froh, dass wir uns am Sonntagmorgen (nach endlich mal wieder mehr als fuenf Stunden Schlaf) in den Flieger setzen konnten, um zurueck in die „Zivilisation“ zu fliegen.
Ja, und dort haben wir die Vorzuege des Grossstadtlebens auch gleich wieder in vollen Zuegen genossen: Picknick und Frisbee im botanischen Garten und gemeinsames Essen mit Mick & Claire. Mick hat mal wieder fuer uns gekocht: Szechuan Food, ein sehr scharfe chinesische Kueche. Andreas liebt es , ich hatte es noch noch nie vorher – echt lecker!

Fuers erste Mal gar nicht so schlecht - Andreas spielt Golf.
Heute (in Melbourne) hat Andreas ein Golfstunde von Mick bekommen und wie ich gehoert habe, auch ein paar echt gute Baelle geschlagen. Hier ist Golf naemlich Volkssport, es gibt jede Menge oeffentliche Golfplatze wo man fuer wenig Geld spielen kann. Und ich habe meinen alten Praktikumsplatz (NARI – National Ageing Resaerch Institute) und noch einmal Frank besucht. So jetzt muessen wir aber los, heute ist Kinotag. Und Filme in der englischen Fassung sind einfach toll, um die Sprache zu verbessern und nach einem langen Tag zu relaxen. Letzte Woche haben wir Frost Nixon geschaut, dieses Mal steht Slumdog Millionaire auf dem Programm.
Wir machen los! Allerbeste Gruesse sagen Andreas und Nadja
P.S. Loerchen und Stefan: Ich war erfolgreich (mit der Verwandtensuche) habe Harald und seine Frau Margarete gefunden und nett mit Ihnen telefoniert! Spaeter mehr!